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Willkommen auf meinem bescheidenen Blog, auf dem möglichst regelmäßig über mein AUSLANDSSEMESTER in SÜDKOREA berichten werde!


Dienstag, 13. September 2011

Frohes Erntedankfest!


Ooooh la la, jetzt hab ich mich ne ganze Woche einfach nicht mehr gemeldet…. Das hat aber einen guten Grund: die Uni hat jetzt richtig angefangen, und es war nicht gerade leicht und unbeschwert, durch die ganzen Vorlesungen zu kommen! Dazu noch das Wetter, und dauernd will jeder was von einem..! Ach, ich habs ja soooooooo schwer :P Aber am besten fang ich vorne an.


Beim Koreanisch-Unterricht hat sich etwas getan, allerdings hat es nicht viel Positives gebracht. Letzten Mittwoch kamen unsere Koordinatoren vom International Office vor dem Unterricht in den Raum und haben uns mitgeteilt, dass unsere Kritik sie dazu bewogen hat, mit den Koreanisch-Lehrerinnen zu sprechen und den Unterricht anders zu gestalten. Das einzige Problem, was es dabei gibt, ist, dass wir eine Gruppe von Leuten mit unterschiedlichsten Vorkenntnissen sind – vier Leute haben gerade erst das koreanische Alphabet gelernt, meine chinesischen Mädels, Antoine und ich haben Grundkenntnisse und müssen mehr Grammatik und Vokabeln lernen, und vier ältere Mädels aus China studieren Koreanisch als Hauptfach, sind also Fortgeschrittene und brauchen Übung in Aussprache und Konversation. Wie unterrichtet EIN Lehrer DREI verschiedene Lerngruppen auf einmal im selben Klassenraum?

Der Feldversuch sah dann so aus, dass während die Lehrerin mit den blutigen Anfängern Lesen und Aussprache geübt hat, wir Aufgaben zum Schreiben und Lesen aufbekommen haben. So weit, so gut, das ist tatsächlich sinnvoll. Allerdings hört es auf, lehrreich zu sein, wenn man die Korrektur der Fehler in seinen Aufgaben nicht versteht!
Unsere Lehrerin kann ja kein Englisch, also erklärt sie alles immer auf Koreanisch. Mein Koreanisch ist aber nicht so gut (weshalb ich ja den Sprachkurs besuche…), und ich kann sie nicht verstehen. Demnach weiß ich nicht, warum ich Fehler mache, und kann mich nicht verbessern. Deshalb mache ich weiter Fehler, die auf Koreanisch korrigiert und erklärt werden und und und…

Es ist also ein Teufelskreis. Der Unterricht am Donnerstag und Freitag lief genauso, auch bei der zweiten Lehrerin, und es macht sich eine leichte Frustration breit, weil wir nicht das Gefühl haben, dass uns der Kurs was bringt… Aber das war gerade mal die erste Woche, vielleicht gewöhnen wir uns dran, oder wir kriegen neue Lehrer; meine größte Hoffnung ist, dass ich durchs Rumhängen mit Freunden schnell genug lerne, sodass ich irgendwann dem Unterricht folgen kann. Ist eigentlich verkehrt herum, aber das scheint im Moment die einzige Lösung zu sein. Und dann lern ich auch nicht nur höfliche Sprache, sondern auch so nützliche Sachen wie „Halt die Klappe!“ oder „das nervt“ :P Man muss alles positiv sehen :D

Tja, was hab ich die Woche sonst noch so getrieben? Morgens bin ich immer brav zum Sprachkurs gegangen, danach gings zum Mittagessen, und wenn ich noch ein bisschen Zeit bis zur nächsten Vorlesung hatte, hab ich mit Freunden rumgehangen und gequasselt. Mittlerweile kennt mich zumindest im Wohnheim JEDER, ich bin und bleibe die einzige Europäerin/Weiße, dementsprechend falle ich natürlich auf. Und auf der Website des Wohnheims kann man nachlesen, wie viele Ausländer im Wohnheim wohnen und woher die kommen, daher weiß jeder, dass ich aus Deutschland komme und Englisch sprechen kann. So viel zum Thema Datenschutz @_@
Ich bin also das Versuchskaninchen für Englisch-Kenntnisse, dauernd kommen Leute auf mich zu und sagen „Hello, nice to meet you!“, und ich denk mir immer „Oh Gott, kennst du die?! Hast du die schon mal getroffen???“ Die sehen sich so ähnlich :D Und die Namen klingen alle gleich :D :D
Mehr kommt dann aber meistens nicht, die Mehrheit der Koreaner spricht nur schlechtes Englisch. Das liegt daran, dass der Unterricht hier völlig anders ist: man bekommt (auch in der Schule) immer nur vorgekaut und erzählt, der Lehrer steht vorne und predigt, und Konversation wird nicht geübt. Damit hab ICH dann schwer zu kämpfen, denn ich muss mir aus den Bröckchen, die man mir vorwirft, das Beste raussuchen und es verstehen :D

Den ganzen Tag läuft mein Hirn auf Hochtouren – morgens Koreanisch, wo ich versuche, so viel wie möglich zu verstehen, mittags Gespräche mit Freunden, meist auch auf Koreanisch, wegen nicht vorhandener Englisch-Kenntnisse, und nachmittags Vorlesungen, ALLE auf Koreanisch, bei denen ich nicht nur die Sprache, sondern auch irgendwie den INHALT verstehen will. Als wäre eins davon nicht schon schwer genug… Ich bin hier gut ausgelastet, würde ich sagen!

Aber ich bin ja nicht nur zum Studieren hier! Am Mittwoch hat mir nen Freund 서면 Seomyeon gezeigt, eines der beliebtesten Viertel der Stadt, weil es dort unfassbar viele 노래방 (norae-bang) Karaoke-Bars, Cafés, Outlets, ne Untergrund-Shopping-Mall und Clubs gibt. Da geht echt gut was ab, sag ich euch, anscheinend trifft sich ganz Busan dort nach Feierabend! Eigentlich musste ich nur hin, um Geld von der Bank abzuheben, denn die Bankautomaten an der Uni nehmen meine deutsche Karte nicht, aber irgendwie ist das dann in eine Shopping-Tour ausgeartet…?! Und ich war nicht dran Schuld!!! Ich kenn mich ja nicht aus, ich wär sofort wieder in die Bahn und ab zur Uni :D Lustigerweise hat mein Begleiter mich von einem Krims-Krams-Lädchen zum nächsten geschleppt, sich nicht beschwert, dass ich irgendwo zu lange brauche, wollte meine Tüte tragen, hat mich gefragt, was ich noch alles möchte/brauche…. Der  wäre ja der perfekte Mann, wenn er nicht bei rosa Glitzer-Bilderrahmen oder Notizbüchern mit Kätzchen-Bildern im Romantikstil gesagt „Das ist ja unheimlich süß!“ gesagt hätte @_@ Und nen Chanel Frauen-Portemonnaie hat er auch, „weil’s praktisch ist, das hat nen Reißverschluss!“. Aaaaaahaaaa…..

Am Freitag musste ich mich dann mit Lebensmitteln eindecken, weil das lange Erntedankfest-Wochenende, genannt 추석 (Chuseok) vor der Tür stand. Jaaa, normalerweise dürfen wir im Wohnheim nicht in unseren Zimmern essen, aber da die Mensa drei volle Tage lang geschlossen wurde, haben die Manager hier mal ne Ausnahme gemacht. Ich hab mir also Toast, Schoko-Aufstrich, Äpfel und jede Menge 라면 (Ramyeon) gekauft, damit ich hier über die Runden komme, und bis jetzt hats super funktioniert! Ich lebe noch, bin nicht verhungert :) Hier seht ihr mein Mittagessen:


Da das Wohnheim über Chuseok so gut wie leergefegt ist, hat sich die Wohnheim-Verwaltung wohl gedacht, dass sie ein bisschen Strom, Gas oder was auch immer sparen können, denn für die paar Ausländer lohnt sich der ganze Betrieb ja nicht wirklich. Also stellt man kurzerhand das Licht in den Fluren, die Klimaanlagen und am besten auch noch da warme Wasser ab!
Alter, war ich vielleicht sauer!! Ich mach Ausdauersport im Fitness-Raum, freu mich auf die heiße Dusche, und dann frier ich mir fast den Hintern ab!! Aber hey, macht ja nix, im Zimmer ist ja ne Bullenhitze, die Klimaanlage funzt ja nicht, gleicht sich also alles aus! -_-


Hach ja, jeder macht mal Fehler. Ich hab nen ruhiges Wochenende gehabt, ich bin mal gnädig und verzeihe ihnen….

Samstag hab ich dann mit Antoine versucht, die Bücher für den Koreanisch-Kurs zu bekommen, aber wir haben nur einen Laden gefunden, in dem 2 von 3 Büchern ausverkauft waren. Wir sollen Donnerstag nochmal wiederkommen, dann ist Nachschub da. Juhuuu, dann gibt’s bis dahin keine Hausaufgaben :)

Am Sonntag waren dann schon einige Geschäfte wegen der Feiertage geschlossen; damit wir nicht ganz alleine und verlassen sind, haben sich die Mitarbeiter des International Office überlegt, mit allen Ausstauschstudenten, die Lust drauf haben, gemeinsam essen zu gehen. Um 12:00 Uhr haben wir uns an der Uni-Bushaltestelle getroffen und sind zusammen zu einem der wenigen offenen Restaurants getigert. Hat sich leider nicht gelohnt.
Es gab 돼지국밥 (dwaeji-gukbab) für jeden, bestehend aus einer Schüssel Reis, diversen Beilagen und einer milchig-trüben Suppe mit Schweinefleisch und Porree drin. Die Beilagen schmeckten ALLE nur nach Knoblauch oder Salz, und die Suppe nur nach Wasser. Was macht der schlaue Austauschstudent? Er mischt die Beilagen mit in die Suppe, und tadaaa, es wird genießbar! Glücklicherweise haben wir das Essen zum Schluss spendiert gekriegt – einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul ;)

Und schon sind wir bei Dienstag angekommen! Gestern hab ich fast den ganzen Tag geschlafen, weil ich niemanden gefunden habe, der was mit mir unternehmen wollte – sind ja alle zuhause bei ihrer Familie und besuchen die Gräber ihrer Vorfahren :P Dummerweise hab ich gar nicht dran gedacht, im Internet zu schauen, ob in der Stadt was los ist, weil alle gesagt haben, dass über Chuseok alles zu ist… Als ich das vorhin mal gemacht habe, hab ich gesehen, dass es gestern ein Konzert gab, das ich verpasst hab :( Man kann nicht alles haben, dann hatte ich eben ein langes Wochenende mit viiiieeel Schlaf!
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Im Lotte Department Store hab ich noch nen Foto von der typischen Chuseok-Festtagstafel gemacht, allerdings ist das nur zur Deko/für die Ahnen, glaube ich… Leider konnte ich das ECHTE Chuseok nicht erleben, ist halt nen Familienfest, da platzt man als Fremder nicht einfach rein ;) Aber vielleicht werd ich in den nächsten Tagen etwas in Erfahrung bringen, wenn mir die Leutchen hier Stories von daheim erzählen ;)



 

Kommentare:

  1. Jetzt macht der Weltenbummler einmal(Grins) Sport,
    schon kriegt er eine kalte Dusche.....im wahrsten Sinne des Wortes !!!! ;-(((

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  2. Lass dich nicht unterkriegen.

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  3. Haha, irgendwie waren die letzten Einträge viel viel sarkastischer als am Anfang, gefällt mir ;)
    Die Sprache lernst du meistens besser wenn du sie direkt anwendest bzw. lernst, wenn du mit Freunden sprichst, kompensiere so einfach den schlechten Sprachkurs ;) 頑張って!

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